Gaudí-Jahr 2026

Gaudí-Jahr 2026

Im Jahr 2026 wird der 100. Todestag von Antoni Gaudí begangen, einer Schlüsselfigur der Architekturgeschichte und bedeutendster Vertreter des katalanischen Modernisme (Jugendstil). 

Das Gaudí-Jahr in La Pedrera

Während des Gaudí-Jahres präsentiert La Pedrera eine Reihe neuer kultureller und informativer Angebote. Dieses Programm wird im Laufe des Jahres erweitert und aktualisiert.

  • Besichtigungen des Gebäudes La Pedrera - Casa Milà: verschiedene Rundgänge zur Entdeckung des Werks von Antoni Gaudí und seiner bekanntesten Räume.
  • Familienaktivität Gaudí-Akte. Ein Angebot, das die Figur des Architekten der ganzen Familie auf partizipative und pädagogische Weise näherbringt. Am 6., 20. und 24. Juni (Sitzungen auf Katalanisch).
  • Umzug der Volkskultur. Casa Batlló, La Pedrera - Casa Milà und die Sagrada Família vereinen sich zu einem Volksfest mit der Beteiligung verschiedener colles geganteres und Gruppen der katalanischen Volkskultur. Am 14. Juni mit Ankunft an La Pedrera um 11:00 Uhr.
  • Ausstellung Nabis: von Bonnard bis Vuillard. Die erste Ausstellung in Barcelona, die dieser Kunstrichtung gewidmet ist, vom 6. März bis 28. Juni (inklusive exklusivem Zugang zur Hauptwohnung, in der Rosario Segimon und Pere Milà lebten).
  • Ausstellung Anselm Kiefer. Die erste große monografische Ausstellung in Barcelona und in Spanien, die dem deutschen Künstler gewidmet ist. Sie wird vom 2. Oktober 2026 bis 24. Januar 2027 zu sehen sein (inklusive exklusivem Zugang zur Hauptwohnung, in der Rosario Segimon und Pere Milà lebten).
  • Gaudí International Congress 2026. Eine akademische Veranstaltung mit nationalen und internationalen Experten zur vertieften Erforschung seines Werks. Am 22., 23. und 24. Oktober.

Monografisches Buch

Buch La Pedrera Casa Milà

Monografisches Buch

Anlässlich des Gaudí-Jahres 2026 hat die Fundació Catalunya La Pedrera gemeinsam mit Triangle Books eine Monografie über La Pedrera – Casa Milà veröffentlicht. Das Buch vereint renommierte Fachleute, die das Werk aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren:

  • Lluís Permanyer zeichnet Gaudís Werdegang nach.
  • Daniel Giralt-Miracle ordnet den Architekten in das Barcelona seiner Zeit ein.
  • Carlos Flores bietet eine architektonische Analyse.
  • Josep Maria Huertas vermittelt eine soziale Perspektive auf das Gebäude.
  • Galdric Santana entdeckt bislang unbekannte Aspekte der Decken.
  • David Ferrer hebt das Design hervor, insbesondere die Schmiedearbeiten.

Die Texte werden von historischen und bislang unveröffentlichten Bildern, einer fotografischen Auswahl von Pere Vivas sowie einer illustrierten Chronologie der wichtigsten Momente des Gebäudes begleitet. Insgesamt zeigt die Veröffentlichung, dass Gaudí mit La Pedrera seine künstlerische Reife erreichte, einem Werk von großer Einzigartigkeit und Bedeutung.

100 Jahre seit dem Tod von Antoni Gaudí

Das Gaudí-Jahr bietet die Gelegenheit, das Werk eines herausragenden Architekten neu zu entdecken, der auch ein Jahrhundert später weiterhin Fragen aufwirft, Forschung anregt und Debatten sowohl innerhalb als auch außerhalb des akademischen Umfelds befeuert.

Gaudí entwickelte eine eigene Architektursprache, fernab von Moden und etablierten Normen. Organische Formen, der strukturelle Einsatz von Geometrie, die Bedeutung des Lichts und die Verwendung von Materialien wie Schmiedeeisen oder keramischem Trencadís prägen ein Werk von außergewöhnlicher Originalität, das tief mit Natur, Wissenschaft, Religion und Kultur verbunden ist. Seit 2005 ist sein Gesamtwerk als UNESCO-Welterbe anerkannt.

Der Architekt starb 1926 in Barcelona, nachdem er von einer Straßenbahn erfasst worden war, während er noch der Sagrada Família leitete. Sein plötzlicher Tod hinterließ unvollendete Projekte, aber auch ein lebendiges Werk, das weiterhin mit der Gegenwart in Dialog tritt.

Gaudí in Barcelona, eine Landschaft miteinander verbundener Werke

Gaudís Beitrag zur architektonischen Gestaltung Barcelonas ist unermesslich. Sein Werk hat die Stadt zu einer internationalen Referenz für Kreativität und Architektur gemacht und bildet ein zusammenhängendes Ensemble, das die Entwicklung seines Denkens im Laufe der Zeit widerspiegelt.

Heute können in Barcelona folgende Werke des Architekten besichtigt werden:

  • La Pedrera - Casa Milà: sein letztes ziviles Bauwerk und eine reife Synthese seines kreativen Universums, gelegen am Passeig de Gràcia.
  • Sagrada Família: Gaudís ehrgeizigstes Projekt, dem er die letzten Jahre seines Lebens widmete. Im Jahr 2026 wurde der Turm Jesu Christi, der höchste der Basilika, vollendet.
  • Park Güell: ein städtebauliches Projekt, das Architektur und Natur in einem monumentalen Park vereint. Auch sein hundertjähriges Jubiläum wird 2026 gefeiert.
  • Casa Batlló: die vollständige Umgestaltung eines bürgerlichen Gebäudes am Passeig de Gràcia mit einer Fassade und einem Innenhof, die Farbe, Licht und Bewegung erforschen.
  • Casa Vicens: Gaudís erstes großes Werk, in dem viele der formalen und konstruktiven Ideen, die seine Karriere prägen sollten, bereits vorhanden sind.
  • Palau Güell: eine Stadtresidenz für die Familie Güell und ein bemerkenswertes Beispiel für Funktionalität und Symbolik mit technisch hochentwickelten Lösungen für seine Zeit.

Weitere Gebäude wie die Casa Calvet, das Col·legi Teresià, die Torre Bellesguard, die Pavillons des Güell-Anwesens sowie das Tor und der Zaun des Miralles-Anwesens vervollständigen diese Gaudí-Karte. Im Rahmen des Gaudí-Jahres werden einige dieser Orte besondere Öffnungen und Führungen anbieten.

Ein Gaudí-Jahr für alle

Der 100. Todestag Gaudís wird mit Ausstellungen, Konferenzen und Kulturprogrammen in Barcelona und ganz Katalonien begangen. Das Gaudí-Jahr 2026 versteht sich als Gelegenheit, sein Leben und Werk aus neuen Perspektiven zu betrachten und ihre anhaltende Relevanz ein Jahrhundert später hervorzuheben.

Eines der zentralen Ziele des Gaudí-Jahres ist es, sein Werk mit einem fundierten wissenschaftlichen Ansatz zu erforschen, der über rein interpretative oder symbolische Lesarten hinausgeht. Ziel ist es, das Wissen über sein architektonisches Genie zu erweitern und es in seiner ganzen Komplexität zu verstehen.

Gleichzeitig möchte das Gaudí-Jahr die Figur des Architekten allen Zielgruppen näherbringen und dabei seine künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Dimensionen beleuchten. Zudem soll Gaudí wieder stärker mit dem lokalen Publikum verbunden werden, jenseits der Wahrnehmung seiner Werke als reine Touristenikonen. Gaudí ist ein universelles Kulturerbe, gehört aber auch zu Barcelona und ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil seines zeitgenössischen Kulturlebens.

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